Die St. Stephans Basilika in Budapest
Die ungarische Hauptstadt Budapest bietet nicht nur eine Reihe von bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern auch viele religiöse Sehenswürdigkeiten, die die Religionenvielfalt der Stadt repräsentieren. Nur wenige Minuten von der größten Synagoge Europas entfernt befindet sich auch direkt bei der Kettenbrücke die größte Kirche von Budapest. Es handelt sich hierbei um die St. Stephans Basilika, die nicht nur insgesamt 8500 Plätze für Besucher hat, sondern auch eine Reliquie, die genauso wertvoll ist wie die Stephanskrone im Budapester Parlament.
Die Geschichte der St. Stephans Basilika ist besonders interessant, da der Bau mit ziemlich vielen Komplikationen verbunden war. Schon beim Baubeginn wurde die Errichtung aufgehalten, da die ungarische Revolution 1848-1849 ausgebrochen war. Nachdem der Bau wieder genehmigt wurde, stand man vor dem nächsten Problem. Da sich die St. Stephans Basilika so nah an der Donau befindet, musste ein Fundament errichtet werden, welches mit drei Stockwerken fast so Tief in die Erde ging, wie die Kirche heute hoch ist. Es gab auch architektonische Probleme. Zunächst wurde József Hild 1851 damit beauftragt das Gotteshaus in einem klassizistischen Stil zu erbauen. Doch Hild verstarb kurze Zeit später und noch dazu stürzte 1868 die Kuppel aufgrund von Fehlmessungen ein.
Als nächstes wurde Miklós Ybl damit beauftragt die St. Stephans Basilika in einem Neorenaissancestil wieder zu errichten. Doch auch Ybl verstarb und somit bekam József Kauser als letzter Architekt den Auftrag die Kirche fertigzustellen. 1905 stand die St. Stephans Basilika endlich und die Gottesdienste wurden gleich aufgenommen. Interessanterweise gehörte bei der Übergabe des Gebäudes die Besitzurkunde nicht der Kirche, sondern der Stadt, was zu der damaligen Zeit einzigartig war.
Schon von außen beeindruckt die St. Stephans Basilika mit der Außenfassade. Während die Besucher auf dem Szent István Platz die zwei Türme der Kirche entdecken, erhebt sich die imposante 96 Meter hohe Kuppel in der Mitte dieses Anblicks. Am Eingang erwartet der Heilige Gellért mit seinem Schüler Emeryka die Gäste. Innerhalb der Basilika erlebt man die imposanten Größen weiter. Verschiedene Glasmalereien, Skulpturen und Gemälde verschönern das riesige Hauptschiff. Der absolute Höhepunkt während des Besuches ist der Anblick, wenn man zur Kuppel empor blickt und eine Mosaikdarstellung von Gott, Jesus und verschiedenen Engeln entdeckt.
Die Kuppel und die dazugehörige Balustrade können auch besichtigt werden. Für eine kleine Spende kann man entweder klassisch die 297 Stufen hinaufgehen oder mit einem modernen Lift hinauf und wieder hinunter gelangen. In 96 Metern Höhe kann man Budapest perfekt überblicken. Während man in der Nähe die Große Synagoge, das Parlament und die Kettenbrücke entdeckt, kann man in der Ferne das Burgviertel, den Gellértberg und die Freiheitsstatue entdecken. Somit hat man einen Eindruck von ganz Budapest auf einen Blick.
Doch ein Ausstellungsstück in der St. Stephans Basilika darf auf keinen Fall ausgelassen werden. In einer kleinen Kapelle innerhalb der Kirche befindet sich die wertvollste Reliquie des ungarischen Christentums. Innerhalb des Reliquienschreins entdeckt man die rechte Hand von König Stephan, der nicht nur der erste König Ungarns war, sondern auch der Begründer des ungarischen Staates. Jedes Jahr am 20. August versammeln sich tausende Christen an diesem Feiertag innerhalb der St. Stephans Basilika um die rechte Hand des Königs während der alljährlichen Prozession zu sehen.
Während eines Besuches in Budapest sollte man die St. Stephans Basilika unbedingt besichtigen. Zu besonderen Ereignissen wie Weihnachten oder Ostern finden in der Kirche Großmessen statt, die für alle zugänglich sind. Der Anblick allein ist schon imposant, aber der perfekte Klang während eines Liedes oder eines Gebetes machen Mikrofone eigentlich überflüssig. Kommen Sie zur St. Stephans Basilika und erleben Sie die Atmosphäre des Heiligen Stephan in der größten Kirche Budapests.
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